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Führungskräfte-Coaching: Was es ist, was es bringt und wann ein anderes Format mehr hilft

  • Autorenbild: Svenja Reiniger
    Svenja Reiniger
  • 21. Juni
  • 12 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 3 Stunden

Führungskräfte-Coaching ist in einigen Unternehmen angekommen. Es bietet Begleitung in neuen Rollen, bei wachsender Verantwortung und in Phasen, in denen der Druck steigt und der Überblick fehlt. Dennoch ist individuelles Coaching noch kein Standard. Weder als Angebot von Unternehmen zur Entwicklung ihrer Mitarbeitenden, noch als Investition in sich selbst.


Immer wieder werde ich von Führungskräften und Entscheider:innen gefragt: Was ist Coaching eigentlich genau? Was passiert bei einem 1:1 Coaching? Oft schwingt dabei ein Bild von Coaching mit, das von großen "Bühnen-Coachings" oder Social Media geprägt ist, aber mit einem professionellen Prozess wenig zu tun hat.


Führungskräfte-Coaching ist weder Wundermittel noch Show. Es ist ein klar umrissenes Format mit einem definierten Zweck. Und manchmal ist es nicht das richtige.



Das Wichtigste in Kürze


  • Führungskräfte-Coaching ist kein Training und keine Therapie. Es arbeitet mit Deinen Stärken, Erfahrungen und Ressourcen und entwickelt Lösungen, die zu Dir und Deiner Situation passen.


  • Die Anlässe sind vielfältig: von neuen Rollen und wachsender Verantwortung bis hin zu Konflikten, Entscheidungen unter Druck oder dem Umgang mit hoher Belastung.


  • Der oder die Coach liefert keine fertigen Rezepte. Sie stellen die Fragen, strukturieren den Prozess und sorgen dafür, dass Du weiterkommst.


  • Typische Ergebnisse können sein: stimmigere Entscheidungen, ein besserer Umgang mit Konflikten, und leichtere Abgrenzung sowie ein authentischer, wertschätzender Führungsstil.


  • Coaching ist nicht immer das richtige Format. Manchmal passen Training, Mediation oder Beratung besser; manchmal ist Therapie der sinnvollere Weg.



Inhalt



Führung heißt oft: keine Blaupause, aber hohe Erwartungen


Viele Führungskräfte bringen einen starken fachlichen Hintergrund mit. Sie waren Expertinnen, oft die Person, die Dinge am schnellsten und besten gelöst hat. Mit der Führungsverantwortung verschiebt sich das. Jetzt geht es darum, andere stark zu machen, Entscheidungen ohne eindeutige Antwort zu treffen und zwischen Team, Geschäftsführung und Stakeholdern zu vermitteln.


Das fühlt sich oft widersprüchlich an:


  • Du sollst loslassen, obwohl Du manches besser und schneller könntest.

  • Du sollst nicht jeden Brand löschen, obwohl genau das Deine Stärke war.

  • Und Du sollst Orientierung geben, obwohl Du selbst oft keine klaren Vorgaben hast.


Dazu kommt der eigene Anspruch, es gut zu machen. Gerade in wissensintensiven Organisationen, technischen Berufen oder der Sozialwirtschaft ist dieser Spagat besonders spürbar. Fachlichkeit und Führung sind eng verwoben. Der Wechsel von der Fachkraft zur Führungskraft wird oft nicht sauber vollzogen.




Wann ist Führungskräfte-Coaching sinnvoll?


Genau hier setzt Coaching an. Die Anlässe sind vielfältig und reichen von organisatorischen Veränderungen bis zu sehr persönlichen Momenten. Oft greifen beide ineinander.


Coaching kann vom Unternehmen beauftragt werden oder eine eigene Entscheidung sein. In beiden Fällen ist es ein sehr individueller Prozess. Die folgenden drei Cluster geben Orientierung. Eine Übersicht typischer Situationen findest Du am Ende dieses Abschnitts.


Wer eine neue Führungsrolle übernimmt oder mehr Verantwortung bekommt, steht schnell vor Fragen, für die sich kaum jemand Zeit nimmt:


  • Wer will ich als Führungskraft eigentlich sein?

  • Was sind meine Werte?

  • Wofür stehe ich, auch wenn es unbequem wird?


Das klingt zunächst abstrakt, ist aber zentral, um im Arbeitsalltag gut Verantwortung übernehmen zu können.


Wie Du führst, wie Du Entscheidungen triffst und wie Du mit Widerstand und Belastung umgehst, hängt davon ab, ob Du Dir über Deine eigene Haltung im Klaren bist. Ich treffe nicht selten Führungskräfte, die sich noch nie darüber Gedanken gemacht haben, was ihre Werte sind. Als Leistungsträger ist man oft gewohnt, vor allem zu funktionieren und Ergebnisse zu liefern.


Wenn Du Dir aber bewusst bist, was z.B. Deine Werte sind und was sie für Deinen Arbeits- und Führungsalltag bedeuten, handelst Du weniger impulsiv. Entscheidungen können leichter getroffen werden. Du kannst Deine Standpunkte klarer vertreten, Dich besser abgrenzen und Deine Resilienz verbessert sich. Deshalb steht die Arbeit an Werten und Ressourcen oft am Beginn von Führungskräfte-Coachings. Sie sind eine wichtige Basis, damit sich Führung stimmig anfühlt.




Kommunikation und Führungsstil entwickeln


Kommunikation ist für mich das Herzstück von Führung. Sie ist weit mehr als Informationsweitergabe. Es geht darum, direkt zu sein, ohne zu verletzen. Erwartungen zu setzen, ohne permanent zu kontrollieren. Feedback zu geben, das gehört wird, ohne andere zu überlasten. Ehrlich zu sein und trotzdem zu motivieren.


Was viele unterschätzen: Mit der Führungsrolle verändert sich auch, was Du überhaupt noch zu hören bekommst. Informationen erreichen Dich gefilterter. Ehrliches Feedback wird seltener. Manches wird vor Dir eher zurückgehalten als offen gesagt. Nach außen nimmt Deine Kommunikation zu, zum eigenen Team wird sie manchmal weniger. Und Zweifel, die Du früher schnell mit Kolleg:innen geteilt hättest, behältst Du jetzt eher für Dich. Führung macht in diesem Sinn auch einsam. Nicht, weil Du etwas falsch machst, sondern weil die Rolle es mit sich bringt.


Vielleicht spürst Du dazu, dass Deine Kommunikation nicht immer die Wirkung hat, die Du Dir wünschst. Gespräche laufen anders als geplant. Botschaften kommen nicht an. Themen, die eigentlich Aufmerksamkeit bräuchten, bleiben unausgesprochen. Coaching hilft Dir, Deinen eigenen Kommunikationsstil besser zu verstehen und ihn so weiterzuentwickeln, dass er zu Dir passt und trotzdem wirkt. Gerade rund um Feedback und schwierige Gespräche kombiniere ich Coaching gern mit gezielten Trainings.




Mit Spannungen, Konflikten und Druck umgehen


Führung bringt Reibung mit sich. Konflikte im Team, Spannungen nach oben, Entscheidungen unter Unsicherheit. Dazu kommt der innere Druck: hohe Ansprüche an Dich selbst, wenig Toleranz für Fehler, kaum Möglichkeit, Zweifel zu zeigen.


Resilienz und ein guter Umgang mit sich selbst sind keine Wellness-Themen. Sie sind die Voraussetzung dafür, dauerhaft handlungsfähig zu bleiben.


Worauf wir bei Konflikten, Druck und Stress reagieren, ist nie objektiv. Es sind sehr individuelle Prozesse. Dahinter stecken oft tief verankerte innere Antreiber wie „Sei perfekt", „Mach es allen recht" oder „Sei stark". Wenn Du sie kennst, kannst Du ihnen bewusster begegnen, statt ihnen ausgeliefert zu sein. Welche Antreiber bei Dir besonders ausgeprägt sind, kannst Du mit meinem Test zu den inneren Antreibern herausfinden.


Im Coaching geht es dann darum, belastende Muster zu erkennen, Deinen eigenen Umgang mit Druck zu verstehen und Strategien zu entwickeln, die im Führungsalltag standhalten.




Welche Anlässe gibt es für Führungskräfte-Coaching?


Die folgende Übersicht zeigt typische Anlässe für ein Coaching: was Unternehmen oft dazu bewegt und was für Dich persönlich den Ausschlag geben kann. Vieles überschneidet sich und es gibt noch viele weitere Nuancen.


| Anlass / Situation | Aus Unternehmenssicht | Persönlich relevant |

|--------------------|----------------------|---------------------|

| Rolle & Verantwortung | | |

| Neue Führungsrolle oder Beförderung | | |

| Den Start in Führungsverantwortung absichern | | |

| In der neuen Rolle Sicherheit gewinnen | | |

| Von der Fachkraft zur Führungskraft | | |

| Fachliche Stärke in Führungskompetenz überführen | | |

| Sich von der Expertin zur Führungskraft entwickeln | | |

| Von der Kollegin zur Führungskraft | | |

| Den heiklen Rollenwechsel im Team begleiten | | |

| Nähe und Autorität neu austarieren | | |

| Interner Wechsel / neue Zuständigkeiten | | |

| Übergaben und neue Verantwortungsbereiche stabilisieren | | |

| Sich in unbekanntem Terrain orientieren | | |

| Wachsende Verantwortung / größeres Team | | |

| Skalierende Führung auf mehr Köpfe vorbereiten | | |

| Mit gestiegener Komplexität Schritt halten | | |

| Umstrukturierung / Veränderung im Unternehmen | | |

| Führungskräfte durch die Veränderung handlungsfähig halten | | |

| Im Umbruch Halt und Richtung behalten | | |

| Kommunikation & Führungsstil | | |

| Eigenen Führungsstil bewusst entwickeln | | |

| Ein stimmiges Führungsverständnis im Haus fördern | | |

| Den eigenen Führungsanspruch festlegen | | |

| Kommunikation und Führungsstil weiterentwickeln | | |

| Wirksame Führungskommunikation als Standard etablieren | | |

| Botschaften klarer und wirksamer rüberbringen | | |

| Schwierige Gespräche und Feedback | | |

| Eine offene Feedback- und Gesprächskultur stärken | | |

| Heikle Gespräche souveräner führen | | |

| Verantwortung abgeben und delegieren | | |

| Engpässe durch besseres Delegieren auflösen | | |

| Loslassen lernen, ohne Kontrolle zu verlieren | | |

| Spannungen, Konflikte & Druck | | |

| Entscheidungen unter Druck treffen | | |

| Entscheidungsfähigkeit in kritischen Lagen sichern | | |

| Auch unter Unsicherheit entscheiden können | | |

| Loyalitäts- und Rollenkonflikte | | |

| Spannungen zwischen Ebenen frühzeitig auffangen | | |

| Zwischen Team und Leitung den eigenen Stand finden | | |

| Wiederkehrende Konflikte im Team | | |

| Festgefahrene Teamkonflikte bearbeitbar machen | | |

| Den eigenen Anteil am Konflikt erkennen | | |

| Motivationsprobleme im Team | | |

| Leistung und Engagement im Team wieder heben | | |

| Verstehen, was das Team gerade ausbremst | | |

| Hoher Druck, wenig Erholung | | |

| Schlüsselkräfte vor Überlastung schützen | | |

| Belastung steuern, bevor sie kippt | | |

| Resilienz und Selbstorganisation stärken | | |

| Dauerhafte Leistungsfähigkeit der Führung erhalten | | |

| Den eigenen Umgang mit Druck festigen | | |

| Selbstzweifel trotz guter Ergebnisse | | |

| Eine starke Leistungsträgerin halten und stärken | | |

| Dem inneren Kritiker den Einfluss nehmen | | |

| Eigene Motivation und Sinnfrage | | |

| Bindung und Engagement einer Schlüsselperson sichern | | |

| Wieder Sinn in der eigenen Arbeit finden | | |


In Anbetracht dieser Vielfalt stellt sich die berechtigte Frage, wie Coaching bei so einer Bandbreite hilfreich sein kann.




Warum hilft Coaching bei so unterschiedlichen Themen?


Die Antwort liegt im grundsätzlichen "Lösungs-Verständnis" von Coaching. Ein bestimmtes Thema ist zwar oft der Anlass, aber Coaching setzt nicht an einem einzelnen Problem an, sondern an der Person. Im Coaching klingt das dann zum Beispiel so:


  • Wie geht es Dir damit?

  • Was nimmst Du wahr?

  • Was ist vielleicht auch Dein Anteil an dem Thema?

  • Welche Ressourcen hast Du, um Dein Thema zu meistern?


Coaching arbeitet mit dem, was Du mitbringst: Deinen Erfahrungen, Deinen Stärken, Deiner Art zu denken und zu entscheiden. Deshalb hat ein guter Coaching-Prozess oft Auswirkungen auf mehrere Themen und Lebensbereiche gleichzeitig.


Wenn Du Deine eigenen Kommunikationsmuster besser verstehst, sprichst Du in vielen Situationen klarer und wirst besser verstanden – auch im Privaten. Wenn Du verstehst, worauf Du in Konflikten reagierst, kannst Du Deine Emotionen besser einordnen und regulieren. Dadurch wirkst Du anders auf andere, nicht nur bei Spannungen. Und wenn Du begreifst, was Dich zögern lässt, kannst Du gezielt gegensteuern, statt Dich in Selbstzweifeln zu verlieren. Oft machen schon kleine Erkenntnisse einen enormen Unterschied im Alltag.


Dieses persönliche, stärkenorientierte Vorgehen ist auch der wesentliche Unterschied zu Beratung oder Training. Bei diesen Formaten geht es eher um Expertise, Methoden und Empfehlungen von außen. Coaching geht gezielt auf Deine Erfahrungen ein und entwickelt Lösungen "aus Dir selbst heraus". Es lässt sich gut mit anderen Formaten verbinden, solange dabei methodisch sauber gearbeitet wird.




Was bringt Führungskräfte-Coaching und was nicht?


Realistisch sind klareres Denken und stimmigere Entscheidungen, selbstbewusstere Kommunikation, bessere Abgrenzung und ein bewussterer Umgang mit Zeit und Energie. Das sind die Ergebnisse, von denen mir Klient:innen am häufigsten berichten.


Die Forschung stützt das: Eine Meta-Analyse von Nicolau et al. (2023), die ausschließlich randomisierte kontrollierte Studien zum Coaching von Führungskräften auswertete, belegt positive Effekte auf Verhalten, Einstellungen und persönliche Eigenschaften, darunter Selbstwirksamkeit und Resilienz.


Gerade erfahrene Führungskräfte fragen sich, ob Coaching für sie überhaupt noch etwas bringt. Das Gegenteil ist der Fall: Je länger Du führst, desto stärker laufen Entscheidungen über eingespielte Muster, die kaum jemand hinterfragt. Ehrliche Rückmeldung wird mit jeder Hierarchiestufe seltener. Coaching ist oft der einzige Ort, an dem Deine blinden Flecken offen auf den Tisch kommen, ohne Rollenspiel und ohne Publikum.


Was Coaching nicht leistet: Es verändert nicht die Menschen um Dich herum. Es löst strukturelle Probleme in Deiner Organisation nicht direkt. Und es ersetzt keine fachliche Qualifizierung, wenn Wissen fehlt.


Unrealistisch ist dagegen das Bild, das häufig Social Media von Coaching zeichnet: der Coach auf der Bühne, das Vorher-Nachher-Versprechen und die ewige Hustle-Parole, jeder habe doch dieselben 24 Stunden. Mit seriösem Coaching hat das wenig zu tun. Ein guter Coaching-Prozess ist ruhiger, unbequemer und verlangt Dir etwas ab. Eine gute Frage kann schnell etwas in Bewegung bringen, aber warum Du tickst, wie Du tickst, hat meist eine längere Geschichte. Diese löst kein Motivationsruf auf. Auch ein Armbruch heilt nicht mit einer einzigen Physioeinheit. Entwicklung braucht Kontinuität und Deine Mitarbeit.




Wann ist Führungskräfte-Coaching nicht das richtige Format?


Führungskräfte-Coaching richtet sich an Menschen, die arbeitsfähig sind und an beruflicher Entwicklung arbeiten wollen. Das ist keine Einschränkung, sondern eine bewusste Abgrenzung. Sie schützt davor, Coaching als Allzwecklösung zu überlasten.


Therapie ist der richtigere Weg, wenn Themen auftauchen, die tiefer gehen als Führungsfragen: anhaltende Erschöpfung, starke Angstzustände, depressive Phasen oder Muster, die sich übergreifend sowie über lange Zeit zeigen und arbeitsunfähig machen. Coaching kann solche Themen berühren, aber nicht bearbeiten. Ein professioneller Coach erkennt diese Grenze und spricht sie offen an. Ich selbst habe auch schon Klienten berufsbezogen begleitet, z.B. beim Wiedereintritt in den Leitungsjob, die parallel zudem noch in Therapie waren. Das setzt aber Transparenz und Abklärung mit behandelnden Therapeut:innen voraus und eine genaue Abgrenzung, ob und was im Coaching bearbeitet werden kann und was in die Therapie gehört.


Auch bei stark strukturellen Themen stößt individuelles Coaching an seine Grenzen. Wenn Konflikte im Team verankert sind, mehrere Personen beteiligt sind oder organisationale Rahmenbedingungen das Problem mitverursachen, braucht es Formate, die alle Beteiligten einbeziehen, also Teamentwicklung oder Mediation.


Hellhörig werde ich auch, wenn es heißt: "Person X muss an ihrer Kommunikation arbeiten", und sich dann zeigt, dass dieser Person bisher nie konkretes Feedback gegeben wurde. In solchen Fällen geht es oft weniger um individuelles Coaching, sondern um Kommunikationskultur im Führungskreis und Unternehmen. Viele Probleme lösen sich, wenn offen und klar gesprochen werden kann. Das ist selten ein reines Einzelthema.




Coaching, Training oder Mediation: Was passt wann?


Folgende Fragen können Dir helfen einzuschätzen, was Du gerade brauchst:


Wie viel liegt bei Dir, wie viel im System?

Reine Systemfragen, also fehlende Strukturen, Prozesse oder Ressourcen, lassen sich nicht im Einzelcoaching lösen. In der Praxis gibt es aber kaum eine Organisation ohne strukturelle Baustellen. Trotzdem bleibt fast immer ein Teil, der bei Dir liegt: Dein Verhalten, Deine Entscheidungen, Deine Muster. Genau dort setzt Coaching an. Es hilft Dir, Deinen Handlungsspielraum auch unter unvollkommenen Bedingungen zu nutzen. Führung bedeutet immer auch Selbstführung.


Brauchst Du Wissen, oder musst Du selbst sortieren?

Wissen entsteht im Training oder in der Beratung. Wenn Dir konkrete Methoden oder Fachwissen fehlen, sind sie der schnellere Weg. Wenn es aber darum geht, die eigene Situation zu durchdringen, den eigenen Standpunkt zu finden oder eine Entscheidung mit Dir selbst auszumachen, ist Coaching das passende Format.


Eine Meta-Analyse von Jones, Woods und Guillaume (2016) zeigt, warum: Coaching überträgt Gelerntes direkt in den Arbeitsalltag und in verändertes Verhalten. Genau den Transfer, an dem Training allein häufig scheitert.


Manchmal braucht es beides, dann lassen sich die Formate verbinden.


Sind mehrere Interessen im Spiel?

Wenn neben Dir weitere Personen oder Instanzen mit eigenen Interessen beteiligt sind, reicht ein Einzelformat oft nicht aus. Dann können Teamentwicklung oder Mediation der direktere Weg sein, weil sie alle Beteiligten an einen Tisch holen. Das heißt aber nicht, dass Coaching hier wirkungslos wäre. Wenn Du als Führungskraft Dein eigenes Verhalten veränderst, verändert sich auch das System um Dich herum. Diese indirekte Wirkung wird oft unterschätzt.


Wenn danach noch Unsicherheit bleibt: Ein erstes Gespräch verpflichtet zu nichts und bringt Dich meist weiter als jede Checkliste.




Fazit


Die meisten Führungskräfte kennen ihre Themen längst. Sie kommen nur selten dazu, sie wirklich anzugehen, weil immer etwas Dringenderes dazwischenkommt. Coaching ist die bewusste Entscheidung, das nicht länger aufzuschieben. Nicht, weil Du es nicht selbst hinbekommst, sondern weil ein zweiter, erfahrener Blick Dich schneller weiterbringt und ehrlicher hält, als Du allein mit Dir wärst.


Ob Coaching für Dich oder eine Führungskraft in Deiner Organisation der passende Weg ist, lässt sich am besten in einem ersten, unverbindlichen Gespräch klären.




FAQ - Führungskräfte-Coaching


Was ist Führungskräfte-Coaching?

Führungskräfte-Coaching ist ein strukturierter Entwicklungsprozess, kein Training, keine Beratung, keine Therapie. Du arbeitest mit einem Coach an Deinen eigenen Themen, auf Basis dessen, was Du schon mitbringst: Deine Erfahrungen, Deine Stärken, Deine Art zu denken und zu entscheiden. Der Coach liefert keine fertigen Rezepte, sondern stellt die Fragen und strukturiert den Prozess, in dem Du Deine eigenen Lösungen entwickelst.


Was bringt Führungskräfte-Coaching?

Realistisch sind klareres Denken und stimmigere Entscheidungen, selbstbewusstere Kommunikation, bessere Abgrenzung und ein bewussterer Umgang mit Zeit und Energie. Coaching bringt Ordnung in komplexe innere Prozesse und schafft Orientierung, wo vorher Druck oder Unklarheit war. Was es nicht leistet: Es verändert nicht die Menschen um Dich herum, löst keine strukturellen Probleme und ersetzt keine fachliche Qualifizierung.


Wann ist Coaching für Führungskräfte sinnvoll?

Die Anlässe sind vielfältig. Häufig geht es um eine neue Rolle oder wachsende Verantwortung, um die Frage nach dem eigenen Führungsstil und der eigenen Haltung, um Kommunikation, die nicht die gewünschte Wirkung hat, oder um den Umgang mit Konflikten, Druck und Entscheidungen unter Unsicherheit. Coaching kann vom Unternehmen beauftragt werden oder eine eigene Entscheidung sein.


Worin unterscheidet sich Coaching von Training, Beratung und Therapie?

Beratung und Training liefern von außen: Expertise, Methoden, Empfehlungen. Coaching entwickelt von innen und setzt an der Person an, nicht an einem einzelnen Problem. Therapie ist der richtigere Weg, wenn Themen tiefer gehen als Führungsfragen, etwa anhaltende Erschöpfung, starke Angstzustände oder depressive Phasen. Coaching kann solche Themen berühren, aber nicht bearbeiten.


Wann ist Coaching nicht das richtige Format?

Wenn die Ursache klar im System liegt, also bei Strukturen, Prozessen oder Ressourcen, ist Coaching nicht der erste Schritt. Auch bei Konflikten, an denen mehrere Personen beteiligt sind, reicht Einzelcoaching oft nicht aus. Dann passen Teamentwicklung oder Mediation besser, weil sie alle Beteiligten einbeziehen. Und wenn tieferliegende, anhaltende Belastungen im Vordergrund stehen, ist Therapie der richtige Weg.


Beauftragt das Unternehmen das Coaching oder die Führungskraft selbst?

Beides ist möglich. Manche Coachings werden vom Unternehmen beauftragt, andere entstehen als eigene Entscheidung. In beiden Fällen bleibt es ein individueller Prozess, der an Deiner Situation ansetzt.




Über die Autorin


Svenja Reiniger – Leadership-Coachin, Mediatorin und Teamentwicklerin in München

Svenja Reiniger ist Leadership-Coachin, Mediatorin und Teamentwicklerin mit Fokus Führungskräfte- & Organisationsentwicklung. Sie war viele Jahre in einer Strategieberatung sowie in leitenden Funktionen tätig, u.a. in der Medizintechnik.


Heute arbeitet sie mit Führungskräften und Teams an der Frage, wie Führung, Entscheidungen und gute Kommunikation in komplexen Arbeitswelten gelingen können. Seit 2023 gibt sie dieses Wissen auch in Workshops am Career Center der Hochschule München weiter. Zudem ist sie Partnerin im "Netzwerk neue Arbeit" des Magazins Neue Narrative.


In diesem Blog schreibt sie über Führung – und über die Themen, die Führungskräfte oft ausklammern oder die nach wie vor tabuisiert sind: Selbstzweifel, Unsicherheit, Introvertiertheit in der Führung sowie Konflikte.

Kontakt
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Teamentwicklung
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Region
Coaching in München und im Großraum München
(Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau, Erding, Freising, Wolfratshausen)

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